Fake-Door-Testing: Teste deine Idee bevor du baust

Wie wir bereits in früheren Blogartikeln erläutert haben, ist die Validierung deiner Startup-Idee einer der wichtigsten Schritte, die du unternehmen solltest, bevor du dein MVP entwickelst. Die meisten Startups scheitern nicht, weil sie kein gutes Produkt haben, sondern daran, dass es keinen Markt dafür gibt. Das solltest du um jeden Preis vermeiden.

Doch wie kannst du sicherstellen, dass es eine tatsächliche Nachfrage für dein Produkt gibt, bevor du Zeit und Geld in die Entwicklung investierst? Hier kommt Fake-Door Testing ins Spiel – eine Methode, um das Interesse deiner potenziellen Kunden zu messen, noch bevor dein Produkt existiert. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du mit einem Fake-Door-Test schnell und mit wenig Risiko herausfindest, ob sich deine Idee lohnt.

Was ist ein Fake-Door-Test?

Ein Fake-Door-Tests ist eine Methode aus dem Bereich des Pretotyping. Dabei wird eine “falsche Tür” (engl. Fake Door) - beispielsweise eine Landing Page, die Interesse für dein Produkt weckt, das noch nicht existiert.

Das Ziel dieses Tests ist es, reales Nutzerverhalten zu messen, indem potentielle Kunden auf die Fake-Door klicken oder sich registrieren. So erhältst du wertvolle Einblicke über die Nachfrage nach deinem Produkt, bevor du mit der Entwicklung deines MVPs beginnst.

Beispiel für einen Fake-Door-Test:

Angenommen, du möchtest eine neue SaaS-Plattform für Projektmanager entwickeln (eine mutige Entscheidung). Bevor du mit der Entwicklung beginnst, könntest du:

  1. Eine Landing Page erstellen, die deine SaaS-Lösung beschreibt
  2. Einen “Jetzt kostenlos testen” CTA-Button einfügen
  3. (Optional) Werbeanzeigen auf Social Media oder Google schalten
  4. Messen, wie viele Besucher sich für dein Produkt registrieren

Falls sich viele Nutzer anmelden, hast du eine starke Marktvalidierung. Wenn nicht, solltest du deine Hypothese überarbeiten oder die Zielgruppe neu definieren.

Vorteile eines Fake-Door-Test

  • Schnelle Ergebnisse - Innerhalb weniger Tage oder Wochen kannst du echte und aussagekräfitge Daten sammeln
  • Datengetriebene Entscheidungen – Du erfährst, ob es eine echte Nachfrage gibt, bevor du dein Produkt baust und musst nicht auf dein Bauchgefühl vertrauen
  • Realistisches Nutzerverhalten statt Meinungen – Anstatt auf Meinung von Family & Friends oder Umfragen zu vertrauen, beobachtest du wie echte Nutzer reagieren
  • Geringes Risiko und Kosten - Anstatt in die Produktentwicklung zu investieren, erstellst du nur Landing Page oder schaltest Werbeanzeigen

Risiken eine Fake-Door-Tests

Trotz der vielen Vorteile gibt es einige Risiken, die du kennen solltest:

  • Mögliche Täuschung - Da du ein Produkt bewirbst, das noch nicht existiert, könnten potenzielle Kunden sich getäuscht fühlen. Ein Disclaimer wie: “Wir arbeiten noch daran – sei einer der Ersten” helfen dir das zu vermeiden. Im besten Fall hast du nach diesem Test bereits eine Warteliste, die nur darauf wartet, dass du dein Produkt entwickelst!
  • Fehlinterpretation der Daten - Eine niedrige Conversion-Rate kann mehrere Gründe haben. Vielleicht hast du eine unattraktive Landing Page oder einfach die falsche Zielgruppe erreicht

Anleitung: So erstellst du deinen Fake-Door-Test

Hier ist eine Schritt-für-Schritt Anleitung, um deinen eigenen Fake-Door-Test durchzuführen:

1. Definiere deine Hypothese

Bevor du deinen Test durchführst solltest du damit beginnen aus deiner Idee eine klare Hypothese abzuleiten – also die zentrale Annahme, die du testen möchtest. Eine bewährte Methode dafür ist das Lean Business Canvas, mit dem du strukturiert herausarbeitest, welchen Mehrwert dein Produkt bietet und für wen es relevant ist.

Wenn du das gemacht hast, setzt du dir ein Ziel für deinen Fake-Door-Test. Ein Ziel könnte wie folgt lauten:

Mit meinem Fake-Door-Test will ich 100 Anmeldungen oder Vorbestellungen innerhalb von 14 Tagen erreichen.

Falls die Conversion-Rate unter deinem Schwellenwert bleibt, kannst du dein Hypothese überarbeiten, und weitere Tests durchführen.

2. Erstelle eine Fake-Door

Du brauchst weder Programmierkenntnisse noch ein großes Budget, um deinen Fake-Door-Test durchzuführen.

  • Landing Page mit Produktbeschreibung und Handlungsaufforderung (z.B. “Jetzt registrieren”). Achte darauf das deine Produktbeschreibung den Vorteil deiner Lösung heraushebt.
  • Werbeanzeigen auf Social Media: Google/Linkedin/Meta Ads um Traffic zu generieren

3. Zurücklehnen und Lernen

Lass deinen Fake-Door-Test für einige Tage oder Woche laufen und sammle wertvolle Daten.

4. Analyse

  • Hohe Conversion-Rate? → Dein Produkt hat Potenzial!
  • Wenig Interesse? → Überdenke dein Konzept oder teste eine neue Zielgruppe

Was kommt danach?

Großes Interesse vorhanden?

Glückwunsch! Jetzt kann es losgehen. Eine MVP-Agentur wie HKSolutions kann dir dabei helfen, gezielt und kostengünstig aus deiner Idee einen MVP zu verwandeln.

Kaum Interesse?

Auch Glückwunsch! Das ist das beste Learning, das du aus einem Fake-Door-Test ziehen kannst. Du hast ohne Einsatz von Zeit oder Kapital festgestellt, dass deine Idee noch Optimierungsbedarf hat. Schärfe nach und Teste weiter.

Fazit: Warum du Fake-Door-Testing nutzen solltest

Mit Fake-Door-Tests kannst du schnell und kostengünstig herausfinden wie der Markt auf deine Idee anspricht. Statt blind in die Entwicklung zu investieren, kannst du mit minimalem Aufwand testen, ob deine Idee auf echtes Interesse stößt.

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